Unterschied zwischen Flach- und Rundgestrickten Kompressionsstrümpfen

 

In diesem Video erfahren Sie unter anderem den Unterschied zwischen flach- und rundgestrickten Kompressionsstrümpfen.

 

Rundgestrickte Versorgungen werden bei Venenleiden abgegeben und flachgestrickt bei Lip/Lymphödem.

 

 

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die überwiegend im Oberschenkel-, Gesäß- und Hüftbereich, an der Innenseite

der Kniegelenke und der Unterschenkel auftritt. Besser bekannt ist diese Krankheit als

Reiterhosenphänomen oder Säulenbein. Die Arme sind im fortgeschrittenem Stadium oft

auch betroffen, nach Patientenerfahrungen meist ab Stadium II. Auffällig ist dabei, dass

die Füße und Hände ausgespart sind, sodass das Fettgewebe darüber lappt und eine Art

Kragenbildung entsteht. Das Lipödem ist IMMER progredient, das bedeutet fortschreitend.

Und es ist IMMER schmerzhaft! Sollten keine Schmerzen vorhanden sein, können auch

andere Ursachen z.B. ein Schweregefühl der Beine hervorrufen. Zu differenzieren ist das

Lipödem definitiv von einer Nieren- oder Veneninsuffizienz (Insuffizienz = Schwäche).

 

Lymphödem:

Was ist ein Lymphödem?

 

Das Lymphödem ist ein eigenständiges, chronisches, zur Progression neigendes Krankheitsbild, bedingt durch eine Transportstörung des Lymphgefäßsystems. Die Belastung des Gewebes mit lymphpflichtigen Lasten, wie Wasser, Eiweiß etc. führt zu chronisch-fortschreitenden Entzündungen mit Anregung der Binde- und Fettgewebe bildenden Zellen (Fibroblasten, Adipoblasten). Als Langzeitschaden entwickelt sich eine zunehmende bindegewebige Durchbauung des Unterhautgewebes mit begleitender Verdickung der Haut. Das Lymphödem kann primär oder sekundär entstehen:

 

Beim primären Lymphödem besteht eine angeborene Fehlentwicklung des Lymphgefäßsystems. In seltenen Fällen sind bereits bei der Geburt Symptome des Lymphödems sichtbar. Meist treten die ersten Veränderungen vor dem 35. Lebensjahr (Lymphoedema praecox) auf. Seltener manifestiert sich das Krankheitsbild erst im späteren Lebensalter (Lymphoedema tardum). Primäre Lymphödeme sind meist einseitig lokalisiert. Bei Doppelseitigkeit besteht in der Regel eine Asymmetrie.

 

Sekundäre Lymphödeme entstehen durch Schädigungen des Lymphgefäßsystem durch Traumen (z.B. nach Operationen, Unfallfolgen, Verbrennungen), Entzündungen (z.B. Erysipel, parasitär, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises) oder bösartigen Erkrankungen. Die häufigste Ursache eines sekundären benignen Lymphödems in den westlichen Ländern sind therapeutische Eingriffe (z.B. nach Lymphknotenentnahme in der Achselhöhle nach Brustkrebs) infolge einer Krebserkrankung. Bei einem malignen Lymphödem erfolgt die Behinderung des Lymphabflusses durch die Vermehrung der bösartigen Zellen.